Forschung für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen
„Energie- und klimaeffiziente Strukturen in urbanen Wachstumszentren”
Ein markantes Beispiel für globale Veränderungen, die nicht mehr einzelne
Länder oder Regionen, sondern die Menschheit als Ganzes betreffen, ist der
Trend zur Urbanisierung und die Ausbreitung von Megastädten auf allen Kontinenten der Erde, insbesondere
aber in den Schwellen- und Entwicklungsländern.
Im Jahre 1975 waren nur 38% aller Menschen Stadtbewohner. 2008 lebt mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten, voraussichtlich im Jahr 2030 werden es zwei Drittel sein.
Diese Umschichtung und Verdichtung
der Menschheit ist historisch ohne Beispiel.
Sie vollzieht sich mit einer Geschwindigkeit
(zurzeit wachsen die Städte der Welt jährlich um 60 Mio. Bewohner),
welche die Strategie- und Innovationsfähigkeit von Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft auf eine harte Probe stellt.
An der Spitze dieser Entwicklung stehen sog. Megastädte mit mehr als 10
Mio. Einwohnern. Ihre Zahl wird von nur fünf im Jahr 1975 auf voraussichtlich
26 im Jahr 2015 wachsen, davon 22 in Entwicklungsländern. Hinzu treten zahlreiche weitere Groß- und Millionenstädte,
die sich rasant der Schwelle zur „achtstelligen” Metropole nähern. Dazu kommen mega-urbane Regionen, d. h. Agglomerationen,
die aus eng verflochtenen, zunehmend zusammenwachsenden Mittel- und Großstädten
bestehen.
Diese „Megastädte von morgen” sind für die Politik von besonderem
Interesse, weil sich ihnen noch die Chance der Vorsorge und der gezielten Stadtentwicklung
bietet.
Urbanisierung zu gestalten ist daher eine zentrale Herausforderung, um einer global
nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden. Das Entstehen von Megacities und mega-urbanen
Regionen sind lokale Prozesse mit enormen Auswirkungen in allen drei Nachhaltigkeitsdimensionen.
Diese sind eng verflochten mit Veränderungen wie z. B. Landschaftsverbrauch, Energieverbrauch
und der Emission von Treibhausgasen.
Global wirksame Potentiale der Energieeffizienz und des Klimaschutzes eröffnen sich
somit vor allem in den schnell wachsenden städtischen Agglomerationszentren von
morgen, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Der BMBF Förderschwerpunkt „Forschung für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte
von morgen” fokussiert sich auf die Thematik „energie- und klimaeffiziente Strukturen
in urbanen Wachstumszentren”. Der Förderschwerpunkt ist eine global ausgerichtete,
flankierende Komponente der Hightech-Strategie im Bedarfsfeld „Klima und Energie” der Bundesregierung.
Wichtiges Merkmal des mit diesem Förderschwerpunkt angestrebten Ansatzes
ist seine Verankerung im Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Dieser Ansatz unterscheidet
sich somit von anderen, jeweils an isolierten Einzelproblemen ansetzenden Vorgehensweisen
dadurch, dass handlungs- und bedarfsorientiert vorgegangen wird. Ökologische,
wirtschaftliche und soziale Facetten der Entwicklung energie- und klimaeffizienter
Strukturen in urbanen Wachstumszentren sollen in einem geschlossenen und langfristig
angelegten Konzept berücksichtigt und interdisziplinär erforscht werden.